Zwei Welten, ein Problem
Vor dem Hintergrund der -wieder einmal- entfachten Armuts- und Unterschichten-Debatte: ein Grundproblem, was immer in den Hintergrund gestellt wird, das ist die mangelnde Förderung der Leistungsträger. Die hier trifft es doppelt hart und was machen sie? Das was jeder machen würde, das Weite suchen.
Letztlich verhält es sich mit den allen Leistungsträgern aber genauso. Sie schotten sich nach unten ab, sie fühlen sich ungerecht behandelt, sie gehen ins Ausland, sie hinterziehen Steuern. Nicht weil sie Deutschland doof finden, sondern weil sie sich ungerecht behandelt fühlen und weil sie die Inkompetenz des deutschen Volksvertreterapparates ankotzt. Und weil sie nichts daran ändern können.
Deutschland hat mittlerweile eine Kultur der “Bedürftigenzentrierung” entwickelt. Alles dreht sich darum, wie welche -und mehr!- Mittel von “oben” nach “unten” umverteilt werden können. Dem demokratischen System folgend wird das auch so weitergehen, da immer mehr Wähler sich dem “neuen Unten” zugehörig fühlen und entsprechend wählen. Dass es an dieser Stelle vielleicht auch eine Spreizung von Anspruchshaltung und eigener Kompetenz / Motivation gibt, für die man entlohnt wird, das fällt den Wenigsten auf.
Und wenn das so weiter geht, dann werden wir mehr Auswanderung guter Leute sehen, noch weniger Mittel zum Umverteilen haben und noch mehr Geschrei nach noch höheren Abgaben. Was nötig ist, ist mehr Anreizkompatibilität des gesamten Systems und eine Anpassung der eigenen Ansprüche – Abschaffung des Berufsbeamtentums auf der niedrigen und mittleren Beamtenlaufbahn (mit Ausnahme der Polizei) und in der Lehrerschaft wäre mal ein vernünftiger Anfang. Denn dieser Status ist letztlich nichts weiter als die Ausserkraftsetzung der alten und notwendigen Grundregel “Nihil de nihilo est” – von Nichts kommt Nichts.