Nachfolge-Probleme
Schon einige Male gehört und ein Mal am Exempel eines Bekannten erlebt: ein Unternehmen in Familienbesitz regelt die Nachfolge der Geschäftsführung in der Form, dass ein Spross der Familie direkt oder indirekt das Ruder übernimmt. Eigentlich ja DIE Lösung, so hört man es immer, haben doch gerade die deutschen Mittelständler ein akutes Nachfolgeproblem – angeblich.
In diesem Fall ging diese idealtypische Vorgehensweise schief, in meinem eigenen Beispiel auch. Jedesmal dasselbe Bild: die Leistungs- und Kompetenzträger verlassen das Unternehmen.
Warum? Recht einfach. Menschen streben nach Gerechtigkeit. Auch in der Wirtschaft und auch dann, wenn sie selbst dadurch Nachteile erleiden. Und wer empfände es nicht als Affront (=ungerecht), wenn mit einem Mal ein Grünschnabel mit EBS-Abschluss o.ä. aber von Cheffes Gnaden als neuer Lenker eingesetzt wird?! Richtig, zumal es auch unternehmerisch m.E. bei weitem NICHT die Ideallösung ist. Aber Hauptsache der Chef bleibt in der Familie.
Dann vielleicht doch lieber ein Management-Buyout.