2010 01. Mrz

Diese Karren sind einfach eine Seuche. Gekauft von kompensatorisch motivierten Selbstwertkomplexlern oder für deren geltungs- und statussüchtigen blonden Perlen Ehefrauen, die damit die Straßen und Parkgelegenheiten im besten Fall unsicher, in der Regel unbenutzbar machen.

Ich bin ja glühender Befürworter einer SUV-Sondersteuer in Höhe von 250% auf den Anschaffungspreis oder alternativ einer generellen Mehrverbrauchssteuer für Neu- und Gebrauchtfahrzeuge. Wenn man ein Fahrzeug kauft, dann zahlt man für den ersten Liter über einen gemittelten Durchschnittsverbrauch von 8 Litern hinaus 20% des Anschaffungspreises zusätzlich, für den zweiten Liter weitere 40% usw. Für Firmen gelten die doppelten Sätze :D

Warum? Diese Autos und viele ihrer Fahrer / Eigentümer sind in der Öffentlichkeit einfach eine Zumutung:

  • Kaum einer von denen kann einparken. Eigentlich immer parken diese Kutschen in Parkhäusern so, dass der daneben liegende Parktplatz unbrauchbar wird. Daneben zu parken traut man sich ohnehin kaum, weil die meist auch nicht ausparken können. Während das für den SUV allerdings nur eine fast unsichtbare Schleifspur auf dem verchromten Doppelrohr-Seitenfänger auf Ausstiegshöhe bedeutet, ist bei einem Golf oder 1er BMW auf fast-Fensterhöhe ein wirtschaftlicher Totalschaden.
  • Alle Steinschlagschäden an meiner Windschutzscheibe, die jemals entstanden sind (das waren in den letzten 24 Monaten sicherlich 5 oder 6, der aktuelle führte zu der Notwendigkeit eines Scheibentausches) waren ausnahmslos von SUVs vor mir verursacht. Kein Wunder, wenn man mit 80cm breiten Reifen unterwegs ist, die ein Reifenprofil haben, welches auf Serengeti-Durchquerung oder Alaska-Tour ausgelegt ist, dummerweise aber ein Dasein auf deutschen Autobahnen fristen muss -weshalb man die Karre ja auch bis auf 10cm über den Boden tiefergelegt hat.
  • Die können meist auch nicht fahren oder gewöhnen es sich aufgrund ihres Sicherheitsvorsprunges einfach ab: Spurwechsel ohne Blinken, Blinken generell, Rechtsüberholmanöver bei 160 Sachen, Innenstadtstraßen durch Langsamfahren verstopfen (Frauen!), Tanksäulen über Gebühr lange besetzen (100l wollen erstmal durchlaufen!) alles ganz normal.
  • Im Berufsverkehr parken diese blonden Schnecken ihre Aussteuer-X3 und X5er SUVs immer vor der -natürlich- Privatschule im Viertel, einfach mitten auf der Straße bleiben die stehen, steigen in aller Seelenruhe aus um ihre verzogenen Blagen auf der Gehwegseite die Tür zu öffnen. Früh übt sich, was chauffiert werden will.
  • Bei der selbst definierten (und meiner Ansicht nach schwachsinnigen) Klimazielsetzung mit “wir reduzieren CO2″ ist die Mehrbesteuerung dieser CO2-Schleudern ein Witz. Wer zahlt denn üerbhaupt die 300 oder 400 EUR Mehrbelastung im Jahr? Meistens wohl eine Firma oder aber jemand, der mal eben 50-”open end” TEUR übrig hat, um sie in überflüssigen Schwachsinn zu stecken. Extrem hohe Verhaltensanpassung aufgrund der Steuer vermute ich!
  • Die Unfallstatistik würde mich auch mal interssieren und zwar im Detail, wie viel Mehrschutz ein SUV den Insassen bietet (was ja prinzipiell ok ist) im Verhältnis zum (Personen-)Mehrschaden, den die Karre beim Unfallgegner bei gleichen Unfallkonstellationen im Vergleich zu normalen Autos anrichtet. Ich wette, dass selbst ein gepanzerter Maybach besser abschneidet, als ein SUV.

Irgendwie ließe sich diese Liste endlos fortsetzen…

Aber was rege ich mich eigentlich auf. Diese Autos werden doch ohnehin nicht als Statussymbol, sondern als medizinsches Therapiegerät gekauft, weil man da ja endlich mal mit geradem Rücken einsteigen kann. Fühlt sich wahrscheinlich super an, wenn man sowieso den ganzen Tag schon buckeln muss. SUV-Fahrer entlasten damit unser Gsundheitssystem, wir sollten ihnen wohl eher dankbar sein! Und hey, was macht es schon, dass andere Verkehrsteilnehmer bei Unfällen, die normalerweise ein paar Prellungen verursachen, mit einem Chrom-Wildfänger zwischen den Zähnen verrecken oder ihre Knochen als Fußgänger atomisiert werden, weil Blondchen leider den dritten Geländegang mit dem Racing-Modus verwechselt hat?!

JA, natürlich gibt es auch “echte” SUV-Anwendungsszenarien und dementsprechend vernünftige Fahrer, aber wie viele SUV-Besitzer haben denn tatsächlich einen Pferdetransporter zu ziehen, einen Bauernhof zu versorgen oder eine Tour durch die Namib zu absolvieren? 10% vielleicht? 20%?

Und JA, es gibt auch andere asoziale Autos / Fahrer. Genauso schlimm sind z.B. vollbeladene Sprinter mit 180 auf der linken Spur, auch das sollte man verbieten, aber die sind immerhin seltener, als SUVs, jedenfalls da wo ich fahre.

2010 05. Feb

Im Laufe der letzten 12 Monate habe ich mich zweimal bei der Post / DHL beschwert (Beschwerdestelle), weil Paketsendungen regelmäßig deutlich beschädigt bei mir eintreffen. Immer ist eine Kante von der Ecke ca. 10-15 cm weit aufgerissen, genauso, dass man schön da reingucken kann, man bekommt meistens sogar eine Hand da durch. Nur der extrem sorgfältigen Verpackung von Amazon bzw. dem “flexiblen” Inhalt (Textilien) ist es zu verdanken, dass bisher nichts ernsthaft beschädigt war.

Seinerzeit sagte mir eine Mitarbeiterin am Beschwerdetelefon, dass das wohl ab und an durch die maschinelle Bearbeitung der Pakete im Logistikprozess passieren kann aber sorry, als Kunde ist mir das echt egal, ob das eine Maschine war oder einer der armen Hungerlöhner (2), die für die DHL Pakete austragen müssen.

Der konkrete Fall

Los ging es mit der Auslieferung eines Pakets gestern: auf meinem Briefkasten prangt ein Schild von sagen wir 12×2cm, auf dem in 1cm hohen Buchstaben geschrieben steht: “Pakete bitte beim Optiker abgeben!” – Der Eingang des Optikers liegt im übrigen recht exakt EINEN Meter links neben der Haustür. Bisher klappte das auch meistens, der Optiker ist ja auch durchgehend geöffnet, zudem ist es ein kleiner Laden in dem vergleichsweise wenig los ist, also echt kein Aufwand.

Jetzt kam aber der DHL-Bote auf die Idee, einfach eine Abholkarte bei mir einzuwerfen, ohne überhaupt zum Optiker zu gehen. Zudem lag das Paket nicht im Postamt, sondern die Jungs verfrachten das jetzt in die nächstgelegene Packstation. Die ist bei mir gut einen km zu Fuß entfernt und auch nur so sinnvoll zu erreichen: sie liegt im Bahnhof, wo Parkplätze extrem knapp (und auch noch kostenpflichtig) sind. Das führte zur ersten Beschwerde bei der Kundenhotline.

Also bin ich zur Packstation getapert und hole mein Paket ab, ein riesen Spaß bei 2 Grad. Das Fach geht auf und uppsala: das Paket darin ist wieder mal beschädigt. Option für “Annahme verweigern”? Fehlanzeige.

“Ab sofort sparen Sie jede Menge Zeit!”

Das steht im O-Ton auf der Abholkarte. Da ist mir echt der Kragen geplatzt. Die erdreisten sich echt noch, zu schreiben, dass ICH Zeit spare? Das war dann die zweite Beschwerde bei der Hotline. Da sagt mir die Mitarbeiterin dort doch tatsächlich, dass ich doch die Möglichkeit hätte, das Paket wegen der Beschädigung zum Postamt zu bringen, 7 Werktage lang!? Das natürlich wieder woanders liegt als die Packstation…

Liebe DHL, halten wir mal fest:
ICH habe EUCH über den Kaufpreis bei Amazon dafür bezahlt, dass ihr mir ein Paket zustellt. IHR macht euren Job nicht und beraubt mich damit meiner wertvollsten Ressource “Zeit” in einem Umfang von 35 Minuten und weiteren hypothetischen 20 Minuten für Weg und Wartezeit für den Besuch beim Postamt? In Summe reden wir hier also über eine Stunde bei echt besch******* Witterung oder Zusatzkosten für einen Parkplatz (aber letztlich denselben Zeitaufwand).

Und wie wäre es gewesen, wenn ihr euren Job machen würdet? dann hätte ich an der Haustür innerhalb von 10 Sekunden gesagt “nö, danke, können Sie wieder mitnehmen”. Bzw. der Optiker hätte das getan.

Eine tolle Methode, um eigene Logistikkosten auf Kosten der Kunden zu externalisieren. Wer ZUM TEUFEL hat euch das empfohlen? Eure permanent anwesende Horde von McKinsey-Beratern? Vielleicht dieselben, die ausgerechnet haben, dass seit dem 1. Januar dieselben Leistungen wie vorher ca. 10% mehr kosten sollen? Halten wir mal fest: der ganze Internetkram ist ja nett, aber letztlich sourct ihr Arbeit aus, nämlich an eure Kunden. Und wenn ich dasselbe will, wie vorher auch, dann kostet das mehr…

Ein Schelm, wer dabei an Vorsatz denkt…

Nur so ein Gedankenspiel: vielleicht ist es ja auch beabsichtigt, eine beschädigte Sendung direkt in die Packstation zu verfachten, um eine Retoure möglichst unwahrscheinlich zu machen und damit noch mehr Kohle zu machen? Und wofür das alles, was steht denn in eurem strategischen Rational in der Konzernzentrale. Lasst mich raten: vielleicht “20% EBIT-Marge nachhaltig”? Toller Umverteilungsmechanismus, ein Glück dass die Post nicht mehr staatlich ist sondern euch jetzt Aktionäre im Nacken sitzen, die jedes Jahr mehr Kohle sehen wollen. Einen Orden für den, der das angeleiert hat. /ironie off

Fazit

Was festzuhalten bleibt: das Einzige, was man denen wirklich nicht vorwerfen kann, ist die Beschwerdestelle. Man kann sich kostenlos anrufen lassen, die Leute sind freundlich und machen dem Kunden glaubhaft, dass sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten den Fall weitergeben.

Nur geändert hat sich in meinem Fall trotz mittlerweile zwei Beschwerden exakt nichts, jetzt sind es vier und ich muss kein Hellseher sein um zu prognostizieren, dass wieder nichts passieren wird.

Update (5. Februar 2010)

LOL. Folgendes aus dem oben zitierten Artikel:

So will Appel die Leistung aller Mitarbeiter nur danach bewerten, ob die Post „bis 2012 die Kundenloyalitätsführerschaft in den Kernmärkten erreicht. Frank Appel lebt die Leidenschaft, für den Kunden da zu sein, heißt es da. Ebenso wichtig ist ihm, [...] „made by Deutsche Post weltweit zu einem Qualitätssiegel“ zu machen.
-Quelle: Wirtschaftswoche Online

Mööööp. So wird das wohl nichts :D

Update (7. Februar 2010)

Ich habe heute einen Brief bekommen von DHL, datiert auf den 5.2. (also den Tag meiner Beschwerde). Fix. Darin steht, ich habe die Frist zur Reklamation beschädigter Sendungen eingehalten und dürfe jetzt damit zur Postfiliale laufen.

Ich habe per Mail die Fotos dieser und einer weiteren beschädigten Sendung der letzten Wochen geschickt. Wie oft soll ich das noch sagen Leute: ich habe keinen Bock, meine zeit für euch zu opfern.

Update (10. Februar 2010)

Heute hat sich ein Mitarbeiter der DHL telefonisch gemeldet. Die Schäden auf den Fotos seien leicht zu erklären. “Sie müssten sich mal so’n Paketzentrum ansehen”, da würde schonmal leicht “so’n 2 oder 3 Kilo-Paket hinten draufrutschen und dann platzen die halt auf.” Die Pakete seien dann eben “nicht so optimal ausgefüllt”. Nichts gegen den Mann am Telefon, der war echt bemüht und freundlich, aber was ist das bitte für eine Aussage, die auf “so ist das halt” hinausläuft bzw. die Innenverpackung für äußerliche Schäden verantwortlich macht? Zudem kann ich mir nicht vorstellen, dass sowas von “2-3 Kilo-Paketen” verursacht werden soll. Vielleicht 20 oder 30 :D

Offenbar ist es also bei der Post an der Tagesordnung, dass jede Menge Pakete bei der automatischen Bearbeitung beschädigt werden. Muss ja jeder selber wissen…

2009 14. Dez

Juhuuu, mal wieder was Lustiges aus der Ecke “Juristisches”. Ich habe Post bekommen. Wichtiges Schreiben, Betreff: “Rechtliche Klärung wegen media-addcited.de”. Diesmal hat sich ein Anbieter gemeldet (die o.g. Firma), der mir freundlicher Weise exklusiven Zugang zu einer neuen “Domain” media-addicted.co.de verschaffen würde – gegen läppische 99 EUR im Jahr.

Durch die Formulierung des Schreibens soll möglicher Weise beim Leser die nicht zutreffende Tatsache assoziiert werden, dass es sich bei dem Angebot um eine Top Level Domain (TLD) handelt. TLDs sind die “Endungen” im Internet, also .de, .com oder z.B. .co.uk, wobei das co für “Commonwealth” steht. Man kann in diesem Fall aber ganz klar sagen, dass es sich nicht um eine TLD handelt, sondern um eine Subdomain beim Inhaber der Domain (!) www.co.de (das ist dann wieder die Firma Websuche Search Technology GmbH & Co. KG).

Grundsätzlich ist gegen ein solches Geschäftsmodell nichts einzuwenden – sofern die Infopost so formuliert wäre, dass der oben beschriebene Sachverhalt für den Domaininhaber deutlich erkennbar wäre. Das ist aber in diesem Fall nicht geschehen. Vielmehr werden -vorsätzlich oder nicht?!- Termini verwendet, die regelmäßig bei der Vergabe von TLDs durch Registrare verwendet werden (z.B. “Landrushphase”, “Sunrise-Phase”). Die Intention, das Geschäftsmodell transparent zu machen, lässt sich daraus jedenfalls nicht ablesen :)

(Juristische) Details im Netz und bei Basic Thinking

Wer es noch genauer wissen will: diese Art von Anschreiben hat in den letzten Tagen eine Menge Domaininhaber erreicht. Googled einfach mal den Firmennamen oder lest einen ausführlichen Post dazu bei Basic Thinking. Dort findet sich auch ein recht ausführliches Statement zu der rechtlichen Konstellation.

Kurzfassung: das Geschäftsmodell ist wohl “gerade so” nicht zu beanstanden, jedenfalls was die gesetzlichen (Wettbewerbs-)bestimmungen angeht. Allerdings würde die Firma Websuche Search Technology GmbH & Co. KG seiner Einschätzung nach als Mitstörer gegen die Markenrechte der jeweiligen DE-Domaininhaber verstoßen, sofern sich Dritte dort eine Subdomain zulegen sollten und aktiv werden.

Fazit: Dritte können sich bei der Websuche Search Technology GmbH & Co. KG keine bereits bestehende Domain zulegen und aktiv werden bzw. sie können das tun und risikieren rechtlichen Ärger (mit dem DE-Domaininhaber).

Was jeder Empfänger des Schreibens tun kann

Man kann eine Auskunft gem. BDSG (Bundesdatenschutzgesetz) über Herkunft und Speicherung seiner persönlichen Daten von der Websuche Search Technology GmbH & Co. KG anfordern (eine begrenzt verwendungsfähige Vorlage findet sich hier) und deren weitere Nutzung / Speicherung durch Widerspruch unterbinden bzw. die umgehende Löschung aller Daten verlangen.

Was die Firma in meinem Fall nämlich u.a. übersehen haben: in meinem Impressum widerspreche ich der gewerblichen Nutzung meiner Daten aus dem Impressum ausdrücklich und wenn sie die Daten bei der DENIC abgefragt haben, verstoßen sie gegen deren Nutzungsbedinungen.

The show must go on…

In Abhängigkeit der Antwort kann mein persönlicher Syndikus da also doch noch aktiv werden (sowas mache ich dann gerne mal aus Prinzip), bzw. werden sich die Wettbewerbszentrale, der Landesbeauftragte für den Datenschutz Niedersachsen und die Verbraucherzentrale Niedersachsen über ein kleines Informationspaket freuen.

Pages: 1 2 3 4 5 6 ...18 19 20 damals