2010 22. Mai

Manchmal wird man ja mit Sachen konfrontiert, die glaubt man gar nicht. Die Suche nach “dezidierten” Wellness-Hotels oder Spas ist ein solches Erlebnis. Versucht mal, so etwas zu finden, wohlmöglich noch in der Nähe. Möglicher Weise sogar mit Bewertung des Wellness-Bereiches. Pustekuchen. Ich hätte ja gedacht, dass einer der großen Anbieter, HRS, Holidaycheck und wie sie alle heissen, einfach eine Rubrik “Wellness” aufmacht und gut ist. Weit gefehlt. Stattdessen findet man bei Google alles von irgendwelchen schrottigen SEO-Seiten bis zu Hotel-Webseiten, die aussehen wie aus den frühen 90ern.

Daher präsentiere ich ohne weitere Umschweife: die Media-Addicted-Liste von mir selbst bzw. mir persönlich bekannten Testern besuchten und für gut befundenen Wellness-Hotels und Spas (in Deutschland, Österreich und der Schweiz). Wird selbstredend ergänzt, wenn sich neue Erkenntnisse ergeben :D

Die Auswahlkriterien? Relativ einfach: es geht hier um wirklich hochwertige Hotels / Spas, deren primärer Zweck tatsächlich in Wellness besteht oder die wenigstens über einen großen und gut ausgestatteten Wellness-Bereich verfügen. Dass sowas durchaus eine Kleinigkeit kosten kann, sollte auch allen klar sein.

Wellness & Spa in Norddeutschland

Wellness & Spa in Deutschland (West)

Wellness & Spa in Süddeutschland

To be continued… und gute Erholung allen :D

Update 6. Juni 2010

Nach längerem Suchen doch noch ein paar Wellness-Portale bzw. Übersichten gefunden, bei denen die Kriterien erfüllt zu sein scheinen.

2010 06. Apr

Ich bin ja nun echt kein Verfechter der FDP-Programmatik, jedenfalls nicht in dieser Form der Umsetzung. Aber eines würde mir echt gut gefallen: die versprochene Reform des Steuerwesens. Nicht, dass wir uns falsch verstehen: ich meine keine Steuersenkung, sondern eine Vereinfachung der Steuererhebung und -berechnung.

Warum? Mal als Randnotiz: ich habe mich 2,5 Jahre in einer Bankausbildung rumgedrückt, dann 5 Jahre in einem BWL-Studium an zwei verschiedenen Unis, seit 4 Jahren arbeite ich zwar nicht im Steuerbereich, habe aber eine Menge mit Finanzen zu tun, meine Steuererklärungen mache ich seit 1999 selbst, seit 2004 unter Zuhilfenahme eines dezidierten Steuerprogramms.

Meine steuerliche Veranlagung ist ein einfachst-Standardfall: ledig, keine Kinder, nur eine Einkunftsart, einziger “Sonderposten” sind ein paar Kleckerbeträge für mein Promotionsstudium.

Summa summarum sieht der Arbeitsaufwand dafür so aus:

  • 0,3h: Installation/Update des Steuerprogramms
  • 2,0h: automatische Übernahme (!) meiner persönlichen Daten, Steuernummer etc. aus dem Vorjahr und Eingabe meiner aktuellen Daten. Trotz Programm ist es eine recht langwierige Klickerei, bis man dann mal alles gefunden und ausgefüllt hat…
  • 0,3h: Elektronische Übermittlung und ausdrucken, eintüten, adressieren, frankieren der unterschriebenen Version.
  • 0,0h: Weg zum Briefkasten, weil auf dem Weg zur Arbeit.

Dann kommen die doch echt auf die Idee, für “eine Handvoll EUR” Aufwand des berufsbegleitenden Studiums und eine Spende über sagenhafte 80 EUR einzelne Belege anzufordern:

  • 0,3h: Belege aus einem vorsortierten 2009er-Beleghaufen raussuchen (also ohne den Aufwand der Vorsortierung)
  • 0,5h: nach einem nicht auffindbaren Beleg suchen, der rund 2% des angegebenen Gesamtaufwandes ausmacht.
  • 0,25h: Kopieren der Belege.
  • 0,3h: Dreizeiler an den Sachbearbeiter, ausdrucken, eintüten, adressieren, frankieren.
  • 0,0h: Gang zum Briefkasten.

Macht in Summe eine Nettoarbeitszeit von 4 Stunden für eine Steuererklärung in einem echt einfach gelagerten Fall mit einem mehr oder weniger optimierten Ablauf durch eine dem Fach nahestehende Person.

Auf alle Erwerbspersonen hochgerechnet bedeutet das pro Jahr einen Aufwand von rund 150 Mio. Arbeitsstunden. Das sind 18,75 Mio. 8h-Personen-Arbeitstage oder 85.227 Personen-Arbeitsjahre. Oder wenn man diese Zeit wertschöpfend verbringen würde, Pi mal Daumen 3,4 Mrd. USD mehr BIP pro Jahr (bei 40.000 USD BIP pro Kopf und 220 Arbeitstagen). Naja, ist ja andererseits nur die Rettung einer Mini-Mini-Bank :D

Und jetzt käme eigentlich noch die Wertschöpfung der Leute dazu, die diesen ganzen Schmonz Fulltime abarbeiten, die lieben Finanzbeamten also. Was man da auf der einen Seite sparen könnte und auf der anderen mehr produzieren… Baaaaaargh.

[Zeit für diesen Post: 30 min :D ]

2010 05. Feb

Im Laufe der letzten 12 Monate habe ich mich zweimal bei der Post / DHL beschwert (Beschwerdestelle), weil Paketsendungen regelmäßig deutlich beschädigt bei mir eintreffen. Immer ist eine Kante von der Ecke ca. 10-15 cm weit aufgerissen, genauso, dass man schön da reingucken kann, man bekommt meistens sogar eine Hand da durch. Nur der extrem sorgfältigen Verpackung von Amazon bzw. dem “flexiblen” Inhalt (Textilien) ist es zu verdanken, dass bisher nichts ernsthaft beschädigt war.

Seinerzeit sagte mir eine Mitarbeiterin am Beschwerdetelefon, dass das wohl ab und an durch die maschinelle Bearbeitung der Pakete im Logistikprozess passieren kann aber sorry, als Kunde ist mir das echt egal, ob das eine Maschine war oder einer der armen Hungerlöhner (2), die für die DHL Pakete austragen müssen.

Der konkrete Fall

Los ging es mit der Auslieferung eines Pakets gestern: auf meinem Briefkasten prangt ein Schild von sagen wir 12x2cm, auf dem in 1cm hohen Buchstaben geschrieben steht: “Pakete bitte beim Optiker abgeben!” – Der Eingang des Optikers liegt im übrigen recht exakt EINEN Meter links neben der Haustür. Bisher klappte das auch meistens, der Optiker ist ja auch durchgehend geöffnet, zudem ist es ein kleiner Laden in dem vergleichsweise wenig los ist, also echt kein Aufwand.

Jetzt kam aber der DHL-Bote auf die Idee, einfach eine Abholkarte bei mir einzuwerfen, ohne überhaupt zum Optiker zu gehen. Zudem lag das Paket nicht im Postamt, sondern die Jungs verfrachten das jetzt in die nächstgelegene Packstation. Die ist bei mir gut einen km zu Fuß entfernt und auch nur so sinnvoll zu erreichen: sie liegt im Bahnhof, wo Parkplätze extrem knapp (und auch noch kostenpflichtig) sind. Das führte zur ersten Beschwerde bei der Kundenhotline.

Also bin ich zur Packstation getapert und hole mein Paket ab, ein riesen Spaß bei 2 Grad. Das Fach geht auf und uppsala: das Paket darin ist wieder mal beschädigt. Option für “Annahme verweigern”? Fehlanzeige.

“Ab sofort sparen Sie jede Menge Zeit!”

Das steht im O-Ton auf der Abholkarte. Da ist mir echt der Kragen geplatzt. Die erdreisten sich echt noch, zu schreiben, dass ICH Zeit spare? Das war dann die zweite Beschwerde bei der Hotline. Da sagt mir die Mitarbeiterin dort doch tatsächlich, dass ich doch die Möglichkeit hätte, das Paket wegen der Beschädigung zum Postamt zu bringen, 7 Werktage lang!? Das natürlich wieder woanders liegt als die Packstation…

Liebe DHL, halten wir mal fest:
ICH habe EUCH über den Kaufpreis bei Amazon dafür bezahlt, dass ihr mir ein Paket zustellt. IHR macht euren Job nicht und beraubt mich damit meiner wertvollsten Ressource “Zeit” in einem Umfang von 35 Minuten und weiteren hypothetischen 20 Minuten für Weg und Wartezeit für den Besuch beim Postamt? In Summe reden wir hier also über eine Stunde bei echt besch******* Witterung oder Zusatzkosten für einen Parkplatz (aber letztlich denselben Zeitaufwand).

Und wie wäre es gewesen, wenn ihr euren Job machen würdet? dann hätte ich an der Haustür innerhalb von 10 Sekunden gesagt “nö, danke, können Sie wieder mitnehmen”. Bzw. der Optiker hätte das getan.

Eine tolle Methode, um eigene Logistikkosten auf Kosten der Kunden zu externalisieren. Wer ZUM TEUFEL hat euch das empfohlen? Eure permanent anwesende Horde von McKinsey-Beratern? Vielleicht dieselben, die ausgerechnet haben, dass seit dem 1. Januar dieselben Leistungen wie vorher ca. 10% mehr kosten sollen? Halten wir mal fest: der ganze Internetkram ist ja nett, aber letztlich sourct ihr Arbeit aus, nämlich an eure Kunden. Und wenn ich dasselbe will, wie vorher auch, dann kostet das mehr…

Ein Schelm, wer dabei an Vorsatz denkt…

Nur so ein Gedankenspiel: vielleicht ist es ja auch beabsichtigt, eine beschädigte Sendung direkt in die Packstation zu verfachten, um eine Retoure möglichst unwahrscheinlich zu machen und damit noch mehr Kohle zu machen? Und wofür das alles, was steht denn in eurem strategischen Rational in der Konzernzentrale. Lasst mich raten: vielleicht “20% EBIT-Marge nachhaltig”? Toller Umverteilungsmechanismus, ein Glück dass die Post nicht mehr staatlich ist sondern euch jetzt Aktionäre im Nacken sitzen, die jedes Jahr mehr Kohle sehen wollen. Einen Orden für den, der das angeleiert hat. /ironie off

Fazit

Was festzuhalten bleibt: das Einzige, was man denen wirklich nicht vorwerfen kann, ist die Beschwerdestelle. Man kann sich kostenlos anrufen lassen, die Leute sind freundlich und machen dem Kunden glaubhaft, dass sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten den Fall weitergeben.

Nur geändert hat sich in meinem Fall trotz mittlerweile zwei Beschwerden exakt nichts, jetzt sind es vier und ich muss kein Hellseher sein um zu prognostizieren, dass wieder nichts passieren wird.

Update (5. Februar 2010)

LOL. Folgendes aus dem oben zitierten Artikel:

So will Appel die Leistung aller Mitarbeiter nur danach bewerten, ob die Post „bis 2012 die Kundenloyalitätsführerschaft in den Kernmärkten erreicht. Frank Appel lebt die Leidenschaft, für den Kunden da zu sein, heißt es da. Ebenso wichtig ist ihm, [...] „made by Deutsche Post weltweit zu einem Qualitätssiegel“ zu machen.
-Quelle: Wirtschaftswoche Online

Mööööp. So wird das wohl nichts :D

Update (7. Februar 2010)

Ich habe heute einen Brief bekommen von DHL, datiert auf den 5.2. (also den Tag meiner Beschwerde). Fix. Darin steht, ich habe die Frist zur Reklamation beschädigter Sendungen eingehalten und dürfe jetzt damit zur Postfiliale laufen.

Ich habe per Mail die Fotos dieser und einer weiteren beschädigten Sendung der letzten Wochen geschickt. Wie oft soll ich das noch sagen Leute: ich habe keinen Bock, meine zeit für euch zu opfern.

Update (10. Februar 2010)

Heute hat sich ein Mitarbeiter der DHL telefonisch gemeldet. Die Schäden auf den Fotos seien leicht zu erklären. “Sie müssten sich mal so’n Paketzentrum ansehen”, da würde schonmal leicht “so’n 2 oder 3 Kilo-Paket hinten draufrutschen und dann platzen die halt auf.” Die Pakete seien dann eben “nicht so optimal ausgefüllt”. Nichts gegen den Mann am Telefon, der war echt bemüht und freundlich, aber was ist das bitte für eine Aussage, die auf “so ist das halt” hinausläuft bzw. die Innenverpackung für äußerliche Schäden verantwortlich macht? Zudem kann ich mir nicht vorstellen, dass sowas von “2-3 Kilo-Paketen” verursacht werden soll. Vielleicht 20 oder 30 :D

Offenbar ist es also bei der Post an der Tagesordnung, dass jede Menge Pakete bei der automatischen Bearbeitung beschädigt werden. Muss ja jeder selber wissen…

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